Gemeinde leben heißt:
„Gott und den Menschen nahe sein“
Auf den ersten Blick ist diese Formel für Christen und
Christinnen eine Selbstverständlichkeit. Die Einheit von
Gottes- und Nächstenliebe gehört zu den zentralen Aussagen
in der Verkündigung Jesu Christi.
Ein Schriftgelehrter hatte ihrem Streit zugehört; und
da er bemerkt hatte, wie treffend Jesus ihnen antwortete,
ging er zu ihm hin und fragte ihn: Welches Gebot ist das
erste von allen? Jesus antwortete: Das erste ist: Höre,
Israel, der Herr, unser Gott, ist der einzige Herr. Darum
sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen
und ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all deiner
Kraft. Als zweites kommt hinzu: Du sollst deinen Nächsten
lieben wie dich selbst. Kein anderes Gebot ist größer als
diese beiden.
(Mk 12,28-34)
In diesem jesuanischen Doppelgebot liegt nicht zuletzt auch
die Verschränkung und gegenseitige Verwiesenheit der
Grundfunktionen christlicher Gemeinde begründet:
Gott zu bezeugen (Martyria)
sich Gottes in der Feier der Gemeinschaft zu erinnern
(Leiturgia)
insbesondere denen zum Nächsten zu werden, die eines
Nächsten bedürfen (Diakonia)
und solidarische Gemeinschaft zu werden (Koinonia).
Gott und den Menschen nahe sein... es scheint gerade heute
wichtig zu sein, dass das "und“ in dieser Formel ein
verbindendes "und“ ist, eines, das eine unauflösbare
Beziehung deutlich macht.
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